Schutzpatron der Feuerwehren Es brennt, o heiliger Florian, heut aller Orts und Enden:
Du aber bist der rechte Mann, solch Unglück abzuwenden
Die schriftlichen Zeugnisse der Florianslegende haben sein Leben und sein Sterben im frühchristlichen Frühjahr des Jahres 304 jahrhundertelang poetisch ausgeschmückt. Das Volk jedoch wusste von ihm noch etwas Schöneres. Von Mund zu Mund wurde eine wundersame Tat des Knaben Florian verbreitet: Er hatte, so klein er noch war, einen Hausbrand mit einem winzigen Kübel Wasser gelöscht. Weiterhin blieb ein Köhler in einem brennenden Meiler unversehrt, als er Florian zu Hilfe gerufen hatte. So bekam der zur Zeit der Christenhasser Diokletian und Macimin Ertränkte, der mit einem Mühlstein um den Hals in die reissende Enns geworfen wurde, gegen Ende des Mittelalters die Attribute Feuer, Haus, Wasserkübel oder Krug. Die früh aufgeschriebenen Floriansberichte setzen die Märtyrerakten des 2. und 3. Jahrhunderts fort.
Nun, der gestrenge Florian weiss schon: Es ist mehr blosse Gedankenlosigkeit als nackte Missgunst, was das Volk so beten lässt, und dass kein rechtschaffener Christenmensch seinem Nachbarn im Ernst den roten Hahn an den Kragen wünscht. Ganz abgesehen davon, da es ihm dann bei der Gelegenheit auch blühen könnte!
Ganz grosse Stücke auf Sankt Florian aber muss jener dreimal abgebrannte Bauer gehalten haben, der über seinen Neubau den Vers gesetzt hat:
"Dies Haus stand einst in Gottes Hand - Und ist doch dreimal abgebrannt. Zum vierten Mal hab' ich's gebaut - Doch nun Sankt Florian anvertraut!"
Zwar hat sich dieser Versdichter arg in der Rangordnung der Werte verguckt und dem Gefolgsmann weit mehr zugetraut als dessen Vorgesetztem, aber auch hier scheint's kein böser Wille oder mangelndes Gottvertrauen gewesen zu sein, sondern das verstandesmässig nicht zu beweisende Gefühl, dass einfach der heilige Florian für das Ressort "Brand und Feuer' der; am ehesten Zuständige von allen Himmlischen sein müsse.
Noch drastischer drückt ein anderer Hausbesitzer sein Vertrauen zum Heiligen aus, wenn er über seine Haustüre schreibt:
Florian-Gedichte
Oh heiliger Sankt Florian Verschon unser Haus, / steck' andere an!
Es brennt, o heiliger Florian, / heut aller Orts und Enden:
Du aber bist der rechte Mann / solch Unglück abzuwenden.
Lied von Annette Thoma O heiliger Sankt Florian mit
frommen Sinn wir kommen an. Laß deine Fürsprach
uns erfahrn in Wassersnot und Feuersgefahrn
Und wenn im Herzen sich entzündt
das Feuer schwerer Schuld und Sünd,
dann lösch das Feuer, steh uns bei,
auf dass uns Gott sein Gnad verleih. Geht es dereinst zum letzten End, mach, dass das Herz in Lieb entbrennt zum Vater der Barmherzigkeit,
der uns schenkt die ewig' Seligkeit
Quellen: - www. heiligenlexikon.de - www.heilbronn-neckar.de/Heilige/Florian.htm |